UKSHforum April 2026

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Bildgebungsgesteuerte Lokalisation macht Brustkrebs-OPs schonender

Nach wie vor ist Brustkrebs mit etwa 75.000 Neuerkrankun gen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Bei etwa 70 bis 80 Prozent der Patientinnen kann der Tumor brusterhaltend entfernt werden. Häufig sind Tumoren jedoch nicht tastbar – etwa weil sie im Rahmen der Früherkennung entdeckt wurden oder weil sie sich durch eine vor der Operation durchgeführte medikamen töse Therapie verkleinert haben. Damit die Operateurinnen und Operateure den Tumor trotzdem sicher finden, ist eine bildgebungsgesteuerte Lokalisation erforderlich. Bisher erfolgte dies mittels Drahtmarkierung. Dabei wird ein dünner Draht am Tag der Operation oder am Vortag in die Brust eingebracht und markiert das zu entfernende Gewebe. Studien haben gezeigt, dass es bei der Drahtlo kalisation in 15 bis 20 Prozent der Fälle vorkommen kann, dass nicht das gesamte Tumorgewebe entfernt wird und eine zweite Operation notwendig ist. Eine schonendere Alternative ist der Intraoperative Ultraschall. Der Intraoperative Ultraschall ist ein bildgebendes Echt zeit-Verfahren. Der Tumor wird während des Eingriffs per Ultraschall dargestellt – ohne zusätzliche Vor-Eingriffe. So können Chirurginnen und Chirurgen präziser operie ren und sich im Gewebe besser orientieren. „Wir können auch kleine Tumoren in Echtzeit lokalisieren und gezielt entfernen. Dadurch kann mehr gesundes Brustgewebe erhalten bleiben – das unterstützt ein besseres kosmeti sches Ergebnis“, sagt Prof. Dr. Maggie Banys-Paluchowski, stellvertretende Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Campus Lübeck, und Leiterin des Brust zentrums und des Zentrums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs am Campus Lübeck. Das Brustzentrum des UKSH am Campus Lübeck gehört als eines der größten universitären Brustzentren Deutschlands bundesweit zu den wenigen Zentren, die den intraope rativen Ultraschall systematisch einsetzen. „Der IOUS ist bislang nicht flächendeckend verfügbar. Weniger als zehn Prozent der dafür geeigneten Operationen werden derzeit mit intraoperativem Ultraschall durchgeführt“, erläutert Prof. Banys-Paluchowski. Sie war an der Überarbeitung der Leitlinie als Leiterin der Arbeitsgruppe Operative Therapie maßgeblich beteiligt:„Wir sind auf diese Technik speziali siert und sehen darin einen wichtigen Fortschritt für die Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs.“

Prof. Dr. Maggie Banys-Paluchowski bereitet das Ultra schallgerät mit Spezialsonde für den Einsatz vor.

Die Einführung des modernen Ultraschallgeräts inklusive mehrerer Spezialsonden wurde durch die Förderstiftung des UKSH ermöglicht. Mit einer Förderung von 65.000 Euro unterstützt die Stiftung das Brustzentrum Lübeck beim Ausbau dieser schonenden Operationsmethode.„Der Einsatz der neuen Technik erfordert eine hohe Fachex pertise – Operateurinnen und Operateure müssen sicher im Schallen sein und das passende Equipment nutzen können“, betont Prof. Maggie Banys-Paluchowski. Das Brustkrebszentrum am Campus Lübeck ist Teil des Universitären Cancer Center Schleswig-Holstein (UCCSH) und wird seit 2008 nach den strengen Kriterien der Deut schen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie regelmäßig rezertifiziert.

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FORUM 2026 / 2

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