UKSHforum April 2026

PFLEGE

Die PACU ist mehr als ein Aufwachraum für die Erho lungsphase nach operativen Eingriffen. Die Einheit mit sechs Bettplätzen innerhalb des Aufwachraum Holdingbereichs mit insgesamt 48 Bettplätzen bildet eine Schnittstelle zwischen Zentral-OP, Normal- und Intensivstationen. Dort werden Patientinnen und Pati enten nach operativen Eingriffen intensiv überwacht und pflegerisch betreut, deren postoperative Erholungszeit über das übliche Maß hinausgeht - die aber keine intensivmedizinische Therapie benötigen. „Intensiv überwachung bedeutet nicht Intensivtherapie“, sagt Jörg Bartscher, stv. Clusterleitung Anästhesie. Moderne Überwachungstechnik, definierte Behandlungsstandards und speziell geschultes ärztliches und pflegerisches Personal schaffen die notwendigen Voraussetzungen. Die PACU ist angesiedelt an die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin (Direktorin: Prof. Dr. Carla Nau). Die PACU in Lübeck steht für den innovativen Umgang mit steigenden medizinischen Anforderungen, begrenz ten Ressourcen und dem Wunsch nach bestmöglicher Patientenbetreuung. Für die frisch Operierten bedeutet das vor allem: Sicherheit, Kontinuität und Ruhe. Anstatt nach kurzer Zeit mehrfach verlegt zu werden - vom OP in den Aufwachraum, dann möglicherweise auf die Intensivstation und später weiter auf eine Normalstation - können Patientinnen und Patienten in der PACU länger in einem stabilen Pflegeumfeld verbleiben. Das reduziert Stress, gibt Orientierung (etwa im Fall eines Delirs) und ermöglicht die engmaschige Überwachung in einer vulnerablen Phase, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Gerade nach komplexen Operationen ist

die verlängerte Verweildauer in einem spezialisierten Pflegebereich ein klarer Gewinn an Sicherheit.

Intensivstationen gehören zu den Ressourcen-intensiv sten und zugleich am stärksten ausgelasteten Bereichen eines Universitätsklinikums. Dank der PACU können Intensivbetten gezielt schwerstkranken Patientinnen und Patienten zur Verfügung gestellt werden. Wer keine invasive Beatmung oder hochkomplexe Organersatz verfahren benötigt, profitiert von der Betreuung in der PACU – und entlastet damit die Intensivstationen. Auch für die Mitarbeitenden bietet das Versorgungs konzept Vorteile. Pflegekräfte und ärztliches Personal arbeiten in der PACU in einem Setting mit planbaren Abläufen und hoher fachlicher Spezialisierung. Die enge Zusammenarbeit zwischen Anästhesie, Pflege und ope rativen Fachdisziplinen fördert den interprofessionellen Austausch und stärkt die Qualität der Behandlung. Zugleich eröffnet die PACU neue Entwicklungsmög lichkeiten für Pflegekräfte, die ihre Kompetenzen in der erweiterten postoperativen Versorgung einbringen und ausbauen möchten. „Mit der PACU haben wir einen Bereich etabliert, der medizinisch sinnvoll, patientenorientiert und zugleich organisatorisch effizient ist“, erklärt Jörg Bartscher. „Sie verbindet Hightech-Medizin mit menschlicher Nähe, entlastet kritische Versorgungsbereiche und sorgt für mehr Stabilität in einem komplexen System.“

Text Jessica Ponnath

PACU - POST ANESTHESIA CARE UNIT

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FORUM 2026 / 2

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