UKSH FORUM Januar 2026 interaktiv!

PFLEGE

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler MdB (6. v.l.), besuchte das UKSH am Campus Kiel und informierte sich über die unterschiedlichen pflegefach lichen Arbeitsfelder sowie die zentralen Entwicklungen und Herausforderungen.

Pflege stärken - Expertise sichtbar machen

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler, MdB, besuchte das UKSH am Campus Kiel. Pfle gedirektorin Sabine Richter begrüßte die Bundestags abgeordnete gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen pflegefachlichen Arbeitsfeldern. Deutlich wurde, mit welchen Strategien das UKSH auf die strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen reagiert – und welche politischen Rahmenbedingungen aus Sicht der Praxis weiterentwickelt werden sollten. Carolin Ellwitz, Leiterin des Recruiting-Centers, präsentierte Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung und -bindung: das prämienbasierte Mitarbeiterempfehlungsprogramm, flexible Arbeitszeitmodelle und die Recruiting-Kampagne #WIRSIND, die gezielt auf Sichtbarkeit, digitale Reichweite und Arbeitgeberattraktivität setzt. Ilka Wächter, Pflegemanagerin, und Patrick Ehlers, Juni orpflegemanager, zeigten, wie digitale Technologien zur Entlastung der Pflege beitragen – etwa durch automati sierte Vitalwertübertragung (Spotcheck), patientensichere Medikamentenbereitstellung (Unit Dose) oder digitale Kommunikationstools wie Cliniserve und sqior medical, die Ressourcen gezielt steuern und Zeit für die direkte Patientenversorgung schaffen. Jessika Popp, Fachpflegerin für Intensivpflege, Linda Gött sche, Gesundheits- und Krankenpflegerin (B.sc.) und PD

Dr. Peter Nydahl, Pflegewissenschaftler, machten deutlich, dass eine substanzielle Weiterentwicklung der Pflege ohne eine eigenständige Berufsvertretung nicht möglich ist. Sie beschrieben konkrete Karrierewege, das breite Fort- und Weiterbildungsangebot der UKSH Akademie sowie den strukturellen Reformbedarf im Bereich der Akademisierung. International ist die Pflegeausbildung häufig weiterentwi ckelt – viele internationale Pflegefachpersonen verfügen bereits über akademische Abschlüsse, deren Anerkennung in Deutschland nach wie vor unzureichend geregelt ist. Kadie Rogers, Koordinatorin Pflege International, und Sabine Richter, Pflegedirektorin, gaben Einblick in das Integra tionsmanagement für internationale Pflegekräfte – von Preboarding über Sprachförderung bis zur sozialpädago gischen Begleitung. Sie benannten zugleich strukturelle Hürden wie uneinheitliche Visaverfahren und fehlende staatliche Rekrutierungsprogramme. Der Besuch war geprägt von Interesse an pflegefachlicher Expertise und einer Offenheit für strukturelle Herausfor derungen. Das UKSH schätzt diese Form des Austauschs und bringt seine Perspektiven aktiv in die Weiterentwick lung der Pflege und die Gestaltung eines zukunftsfesten Gesundheitssystems ein – konstruktiv, praxisnah und mit klarem Blick auf die Versorgungsrealität.

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FORUM 2026 / 1

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