UKSH FORUM Januar 2026 interaktiv!

TITELTHEMA

Prof. Dr. Fritz Schäfer (li.), Leiter der Brustdiag nostik Kiel, und Prof. Dr. Nicolai Maass, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Campus Kiel, besprechen einen Befund.

Neben den Ärztinnen und Ärzten unterstützen auch speziell geschulte Pflegekräfte, sogenannte Breast Care Nurses, Psychoonkologinnen und -onkologen sowie sozialmedizinische Beraterinnen und Berater die Patientinnen und Patienten. Mit ihrer Erfahrung begleiten sie die Betroffenen während der gesamten Behandlung und stehen mit Rat und Hilfe zur Seite. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit bündelt Wis sen und Erfahrung und ermöglicht eine Versorgung, die individuell auf jede einzelne Person zugeschnitten ist. So profitieren die Patientinnen und Patienten von einer optimalen Betreuung: von der Früherkennung über die Behandlung bis hin zur Nachsorge.„Jede Frau bringt ihre eigene Stärke, ihre Geschichte und ihre Hoffnungen mit in die Behandlung. Unsere Aufgabe ist es, zuzuhören, Vertrauen zu geben und mit moderner Medizin und Menschlichkeit an ihrer Seite zu stehen“, sagt Prof. Dr. Marion Tina van Mackelenbergh, Leiterin des Brustzentrums am Campus Kiel. In den beiden zertifizierten Brustzentren des UKSH in Kiel und Lübeck werden pro Jahr insgesamt über 1.000 Frauen mit einer Ersterkrankung interdisziplinär behan delt. Beide Brustzentren sind eng miteinander vernetzt und lassen ihre Prozesse regelmäßig von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) rezertifizieren. Beide Brustzentren

behandeln neben den onkologischen Erkrankungen auch gutartige Tumoren sowie angeborene oder erworbene Fehlbildungen der Brustdrüse. Dafür stehen modernste Geräte zur Verfügung, mit denen Veränderungen im Brustgewebe präzise untersucht werden können–zum Beispiel hochauflösender Ultraschall, digitale Rönt genverfahren mit Kontrastmitteln, 3D-Mammographie (Tomosynthese) und Kernspintomographie (MRT). Auch moderne Techniken für besonders schonende Gewebe entnahmen (Biopsien) kommen zum Einsatz. In einer sogenannten Tumorkonferenz beraten Fach leute aus verschiedenen Bereichen gemeinsam über die beste individuelle Vorgehensweise für jede Patientin und jeden Patienten. Eine große Rolle spielen dabei die Eigenschaften des Tumors – zum Beispiel, wie schnell er wächst, wie empfindlich er auf Hormone reagiert oder wie rasch sich die Zellen teilen. Die Ergebnisse werden anschließend mit der Patientin oder dem Pati enten besprochen. In den vergangenen Jahren wurden große medizinische Fortschritte erzielt, die die Heilungschancen bei Brust krebs deutlich erhöhen. Die Therapien sind aber auch schonender geworden. So kann heutzutage den meisten Frauen eine brusterhaltende oder onkoplastische Opera tion angeboten werden. Ist eine Brustdrüsenentfernung

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FORUM 2026/1

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